MeerUnterwegs

Wenn beide Beine den festen Boden verlassen, die stabile Welt dem Wanken weicht, wird das Denken frei. Worte sind beim Segeln oft überflüssig. Sie sammeln sich im Kopf und reihen sich mitunter zu Sätzen aneinander, die Sinn ergeben. Oder Freude machen. Gerne folge ich Seglern bei ihren Erzählungen, lerne aus ihren Erfahrungen und freue oder fürchte mich mit ihnen. Und ebenso gerne erzähle ich darüber.

Mein Heimatrevier ist die Nordsee, Hooksiel an der Jade der Ausgangshafen für allerlei kleine und größere Törns mit meinen zwei Lieblingsschiffen: Unsere eigene Westerly Fulmar und einen 30er Tourenschärenkreuzer, auf dem ich seit einigen Jahren als Crewmitglied dabei sein darf. Auf dem Schärenkreuzer habe ich, die ich erst spät zum Segeln kam und mitunter eine bemerkenswerte Lernresistenz aufweise, meinen besten Lehrer gefunden. Der aber auch beim Besten gelernt hat, auf dem 55er von Erdmann Braschos.

Der Kontrast zwischen unserer stämmigen und behaglichen, bei guter Handhabung durchaus tüchtigen englischen Lady und dem schlanken, schnellen Schärenkreuzer könnte kaum größer sein; gemütliche Törns im Wattenmeer und weite, flotte Schläge bei 25 Grad Lage wechseln sich ab. Aber seht selbst….